Brüssel Motor Show
Die Modellpalette wird bunter
Text: Hartmut Malguth, Fotos: Henriette Malguth

Beim Rundgang durch die Ausstellungshallen der Brüssel Motor Show, verdichtet sich der Eindruck, dass der Ton in der Autobranche immer stärker in Asien angegeben wird. Die Omnipräsenz chinesischer und koreanischer Fahrzeugproduzenten wird hier Realität: Die zur Schau gestellte Modellpalette fernöstlicher Hersteller, deren Markennamen oft nur Eingeweihten ein Begriff sind, strotzt nur so von technischen Innovationen und Design-Highlights.

Man kommt nicht umhin zu attestieren: BYD ist erst der Anfang...
Und ein weiterer Aspekt drängt sich nicht nur im übertragenen Sinne auf: Der kleine Schwarze ist out, es lebe die Vielfalt innovativer Buntfarben! Gerade mal drei hier präsentierte Fahrzeuge tragen noch ein schwarzes Blechkleid. Die Mehrzahl der Aussteller erliegen der Versuchung, überwiegend pastellige Lacke mit spannenden Metallic-Effekten zu versehen. Auf dem einen oder anderen Stand präsentieren sich einige Modelle derweilen als Kontrastprogramm im retromäßig und sportlich anmutenden Ferrari-Rot.
Bislang zählte die Brüssel Motor Show trotz ihrer nunmehr 100 Jahren währenden Historie eher zu den weniger bedeutenden Veranstaltungen ihrer Art. Aufgrund der Absage des Genfer Autosalons wird ihr aber nun eine gestiegene Aufmerksamkeit zuteil. Das erklärt auch, dass die Siegerehrung für das »Auto des Jahres« nun nicht in Genf, sondern in der belgischen Hauptstadt vorgenommen wurde.

Der Titel »Car of the Year 2025« ging an den Renault 5 bzw. dessen sportlichen Zwilling Alpine 290. Für einen Verkaufserfolg in Deutschland dürfte diese Auszeichnung vermutlich wirkungslos verpuffen. Mehr Erfolgsaussichten räumen wir dagegen seinem großen Bruder, dem wirklich chic gestylten Alpine A 360, oder dem in der Wahl zweitplatzierten Kia EV3 ein.
Toyota präsentierte mit dem vollelektrischen Urban Cruiser nicht nur eine von in Brüssel insgesamt drei Weltpremieren. Technisch interessant ist dabei insbesondere die neue Batterietechnologie auf Lithium-Eisensulfat-Basis, die im Vergleich zur bisherigen Technik preiswerter und mindestens ebenbürtig leistungsstark sein soll. Viele Hersteller erhoffen sich damit auch sinkende Verkaufspreise bei den E-Autos.

Opel präsentierte eine generalüberholte Modellpalette im frischen Design mit dem vollelektrischen Mokka und Frontera. Fernab des früher eher verstaubten Images der Marke präsentierte sich auch der Opel Grandland als Sinnbild einer gelungenen Reinkarnation. Stolz ist man insbesondere auf die Tatsache, dass dieses Modell komplett in Thüringen gefertigt wird. Für den vollelektrischen Antrieb sorgt ein in Frankreich produzierter Akku, der eine theoretische Reichweite von ca. 700 km gewährleisten soll.
VW setzte den Fokus weniger auf Showeffekte bei der Gestaltung der Ausstellungsfläche – dafür umso mehr auf die neuen E-Modelle Elroq Sportline und Enyaq von Skoda sowie den Audi A6 e-tron.
Sehr design- und zukunftsorientiert kommt auch die Modellpalette des chinesischen Anbieters Xpeng daher. Deren drohnenähnliches Flugauto X2 soll angeblich schon serienreif sein.
Wer die innovativen Fahrzeuge dieses Herstellers vis-à-vis erleben möchte, kann dies mittlerweile auch auf ersten in Deutschland eröffneten Verkaufsflächen tun (u.a. in Osnabrück und München).

